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Landschaft und Naturgefahren im Dialog: Brücken zwischen Forschung und Praxis bilden

Bericht zum FoLAP-Plenum vom 24. Juni 2025

Naturgefahren sind hochaktuell. Sie stellen Politik, Raumgestaltung und Gesellschaft vor Herausforderungen – und fordern neue Perspektiven. Welche Rolle spielt dabei die Landschaft? Wie kann sie eine Brückenfunktion wahrnehmen? Diesen Fragen widmete sich der halbjährliche Plenumsaustausch im CAMPO in Winterthur.

Die Plenumsmitglieder beim Austausch im Juni 2025
Immagine: David Wick

Landschaft ist mehr als Kulisse. Alles ist Landschaft und in der Landschaft kommt alles zusammen. Diese Idee bildet den Kern eines Denkens «von der Landschaft her». Der Landschaftsansatz eröffnet neue Zugänge: Er schafft Verbindungen, wo bislang Trennung waren – zwischen Disziplinen, Sektoralpolitiken und Sichtweisen. So entsteht Potenzial für integriertes Handeln in einer komplexen Welt.

Zusammenbringen statt trennen

Mit der Brückenfunktion der Landschaft setzten sich die Plenumsmitglieder am Vormittag auseinander. Ein verbindendes Element der Landschaft ist ihre Zugänglichkeit für verschiedene Disziplinen. Gleichzeitig sind die Betrachtungsstandpunkte und Blickrichtungen auf Landschaften je nach Disziplin oft sehr unterschiedlich und es braucht die Bereitschaft für den fachübergreifenden Dialog. Ein konkretes Beispiel für die Arbeit mit einem Landschaftsansatz ist der Managementplan für das UNESCO-Welterbegebiet Lavaux. Hier ermöglicht das Konzept der Landschaftsleistungen, die Qualitäten der Landschaft für verschiedene Akteursgruppen hervorzuheben, was zu einer besseren Akzeptanz von Schutzmassnahmen beitragen kann. Auch die Landschaftsspaziergänge im Bezirk Höfe verbinden Forschung und Praxis, indem sie Wissen über und die Wertschätzung für Landschaft fördern.

Ein solches Brückenschlagen gelingt nicht immer. Die Plenumsmitglieder haben intensiv über die Problempunkte und notwendigen Bedingungen diskutiert. Dabei zeigte sich: Die beiden Pole zu benennen, verschärft die Trennung. Es gilt, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln, um verschiedene Akteur:innen abzuholen – und zwar von Anfang an. Hilfreich ist zum Beispiel, Kollaborationspartner in Forschungsprojekten bereits vor der Projektfinanzierung zu suchen oder Praxissemester an Universitäten einzuführen. Wo der Austausch nicht nur in einseitigen Expert:innenkreisen stattfinden soll, bietet sich eine erfahrungsnahe Sprache an, um an Alltagssituationen aller Beteiligten anzuknüpfen und so einen breiten Dialog zu ermöglichen.

Partizipativ mit Naturgefahren umgehen

Die öffentliche Nachmittagsveranstaltung «Landschaft und Naturgefahren» beleuchtete die Potenziale des Landschaftsansatzes im Umgang mit Naturgefahren. Potenziale bestehen nicht nur in der physischen Gestaltung, sondern auch in der Wahrnehmung von Räumen und damit in den öffentlichen Debatten. So entwickelt im Valle Bavona ein partizipatives Projekt nach einem Unwetter 2024 eine neue, zukunftsgerichtete Kulturlandschaft. Durch die aktive Mitbeteiligung der Bevölkerung und das gemeinsame Aushandeln der Frage «Welche Landschaft möchten wir?» entsteht eine gemeinsame Vision, bei der die Landschaft Stifterin von Emotionen und Identität und Zeugin von Veränderungen ist. Auch der Wiederaufbau in Bondo nach dem Bergsturz 2017 wurde interdisziplinär angegangen. Der Prozess zeigte, dass Landschaftsarchitektur helfen kann, statische Planungsansätze zu überwinden und Raum als dynamisches System zu denken. Interdisziplinarität, gut gestaltete Partizipation und ein bewusster Umgang mit Sprache und Machtverhältnissen erweisen sich im Umgang mit Naturgefahren als zentral. Den Landschaftsansatz stärker in Prävention und Risikodialog zu integrieren, lohnt sich somit allemal.

Die Plenumsmitglieder diskutieren, wie Landschaft verbindet.
Die Plenumsmitglieder diskutieren, wie Landschaft verbindet.Immagine: David Wick

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